29. Mai 2026

Weltweit 1,2 Mrd. Menschen mit psychischen Erkrankungen: LSV zieht Schulsystem in Verantwortung

Weltweit 1,2 Mrd. Menschen mit psychischen Erkrankungen: Landesschüler*innenvertretung zieht Schulsystem in Verantwortung

Die Zahl psychischer Erkrankungen hat sich weltweit seit 1990 nahezu verdoppelt. Laut einer kürzlich in „The Lancet“ veröffentlichten Studie von Forscher*innen des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington in Zusammenarbeit mit der University of Queensland leben inzwischen rund 1,2 Milliarden Menschen mit psychischen Erkrankungen. Besonders betroffen sind dabei junge Menschen zwischen 15 und 19 Jahren. Weitere Studien zeigen: Hoher schulischer Leistungsdruck, Prüfungsdichte und anhaltende Bewertungssituationen erhöhen das Risiko für Depressionen, Angststörungen und psychosomatische Beschwerden.

Die Landesschüler*innenvertretung Hessen zieht angesichts dessen auch das überlastete Schulsystem mit in die Verantwortung. Dauerstress, enge Klausurenphasen, hoher Erwartungsdruck und fehlende Unterstützung gehören auch in Hessen zum Alltag vieler Schüler*innen. Schule wird damit für viele nicht zum sicheren Lernort, sondern zu einem dauerhaften Belastungsraum.

Es reicht nicht, jedes Jahr neue Studien zur mentalen Gesundheit zu lesen und dann einfach weiterzumachen wie bisher. Wir brauchen weniger und entzerrte Klausurenphasen, mehr projekt- und kompetenzorientierten Unterricht statt reiner Abfrageformate sowie feste Zeitfenster im Schulalltag für Wiederholung, Vertiefung und selbstbestimmtes Lernen. Außerdem braucht es verpflichtende Inhalte zu psychischer Gesundheit im Unterricht, damit Schüler*innen Belastungen erkennen, einordnen und sich Hilfe suchen können.“ so Laurenz Spies, Landesschulsprecher.

Ebenso notwendig ist ein flächendeckender Ausbau von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie mit niedrigschwelligen Zugängen direkt an den Schulen. Unterstützung darf nicht vom Zufall der Versorgung einzelner Schulen abhängen. Psychische Gesundheit muss strukturell mitgedacht werden: im Unterricht, in der Leistungsbewertung und in der Organisation des Schulalltags. Schule muss ein Ort zum Lernen sein – kein Ort, an dem Menschen kaputtgehen.“ ergänzt Ted Krämer, Landesschulsprecher.

Für Presseanfragen und weitere Informationen:

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1,2 mrd. psychische Erkrankungen PM

Über die Landesschüler*innenvertretung (LSV) Hessen:

Die Landesschüler*innenvertretung Hessen vertritt die Interessen aller Schüler*innen des Landes und setzt sich für alle Belange zum Thema Schulpolitik aus Sicht der Schüler*innen ein. Als gesetzlich legitimierte Vertretung arbeitet sie mit Bildungspolitikerinnen und anderen Akteurinnen des Bildungssystems zusammen, um die Stimme der hessischen Schüler*innen in Entscheidungsprozesse einzubringen.

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