PM: Sportabitur

Faire Bedingungen für alle Abiturientinnen und Abiturienten!

Für die meisten hessischen Abiturientinnen und Abiturienten sind zumindest die schriftlichen Prüfungen nun geschafft. Auch wenn jeden Tag aufs Neue die Durchführung auf dem Spiel stand, konnten diese am Ende unter besonderen Bedingungen vollständig abgelegt werden. Aber nicht alle können sich darüber freuen, denn Viele, die den Leistungskurs Sport gewählt haben, sind von den Vorsichtsmaßnahmen besonders hart betroffen. Prüfungen in Teamsportarten sollen laut des hessischen Kultusministeriums gänzlich durch eine theoretische Leistung ersetzt werden. Wer eigentlich im Schwimmen sein Abitur ablegen wollte, wird nun kurzerhand zum Leichtathleten und soll in dieser Disziplin geprüft werden. Dass es dem hessischen Kultusministerium nicht möglich ist, die Prüfungen unverändert durchzuführen dürfte verständlich sein, aber dass die gefundene Lösung für die Schülerinnen und Schüler nicht gerecht ist, ebenso. „Kaum jemand wählt den Leistungskurs Sport, weil die Sporttheorie besonders interessant erscheint oder man in allen Sportarten ein Überflieger ist. Für fast alle fiel die Entscheidung auf der Basis einer seit langer Zeit, intensiv betriebenen Sportart und der Aussicht, in dieser eine Abiturprüfung ablegen zu können“, so Paul Harder, hessischer Landesschulsprecher. Wer also ein trainierter Schwimmer ist, wird wohl kaum vergleichbare Leistungen in Weitsprung oder Handball erreichen, zudem besteht nicht einmal die Möglichkeit die Sportart entsprechend zu trainieren, da Sportplätze geschlossen sind und der Sportunterricht nicht stattfindet. Teamsportler, die nun zu einer theoretischen Prüfung gebeten werden, können nicht ausreichend Fachliteratur für eine angemessenen Vorbereitung finden. Kurzum, es wird zu einer massiven Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern kommen, die aus Sicht der hessischen Landesschüler*innenvertretung nicht tragbar ist, wie Marleen Appuhn, die hessische Landesschulsprecherin betont: „Es ist verständlich, dass die Prüfungen in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden können, dennoch müssen Lösungen gefunden werden, die den Schülerinnen und Schülern gegenüber gerecht sind. Der jetzige Ansatz ist es nicht.“ Zudem gäbe es Lösungen, die Schülerinnen und Schülern gegenüber gerechter seien, so Piet Pohlmann, ebenfalls hessischer Landesschulsprecher. „Zunächst einmal könnten die Prüfungen auf einen späteren Zeitpunkt, an welchem auch Teamsportarten wieder möglich sind, verschoben werden. Sollte sich abzeichnen, dass dies nicht in absehbarer Zeit der Fall ist, gäbe es zudem die Möglichkeit, die Prüfung jedes Sportabiturienten und jeder Sportabiturientin, die im Laufe der Oberstufe zur gewählten Sportart bereits abgelegt wurde, als Abiturprüfung zu werten.“ Aus Sicht der Landesschüler*innenvertretung Hessen kann an der jetzigen Regelung in jedem Fall nicht festgehalten werden!