PM: Auch Hessens Schülerinnen und Schüler haben gewählt

Nicht nur der hessische Landtag wurde diesen Sonntag neu gewählt, auch die Schülervertretung aller 780.00 Schülerinnen und Schüler Hessens hat dieses Wochenende über einen neuen Landeschulsprecher und dessen Stellvertreterinnen entschieden.

Bei der ersten Sitzung des Landeschülerrates dieses Schuljahres wurden in Wetzlar mit großer Mehrheit Johannes Strehler als neuer Landesschulsprecher sowie Alexandra von Müller und Lou-Marleen Appuhn als Stellvertreterinnen gewählt.

Der siebzehnjährige angehende Abiturient und ehemalige stellvertretende Landesschulsprecher Johannes Strehler (Mitte) ist seit einem Jahr im Vorstand der Landesschülervertretung und zudem stellvertretender Kreisschulsprecher des Kreisschülerrat Bergstraße. Im vergangenen Jahr saß er für Hessen in der Bundesschülerkonferenz. Zu kandidieren und damit in, wie er sagt, „unheimlich große Fußstapfen zu treten“, habe er endgültig erst in den letzten Wochen entschieden. Durch seine Arbeit sehe er endlich einmal, dass Alles einen Sinn habe und dass er wirklich etwas erreichen könne.
Strehler sieht die parallel durchgeführten Landtagswahlen als riesige Chance. So wolle er die Interessen der Hessischen Schülerschaft in die Koalitionsverhandlungen einbringen.
„Wir haben jetzt die Möglichkeit, eine echte kostenfreie Bildung zu bekommen, wie wir sie seit Langem im Arbeitskreis Lernmittelfreiheit fordern. Multiprofessionelle Teams aus Sozialarbeitern, Schulpsychologen und Lehrkräften gehören hoffentlich bald nicht mehr zu einer Forderung von uns, sondern zur Realität. Und vielleicht haben wir ja auch das Glück, dass unsere Schulen so saniert und modernisiert werden, dass unserTaschenrechner nicht mehr das modernste Gerät im Klassenraum ist.“

Auch seine Stellvertreterinnen haben große Ambitionen. „Be the change you wish to see in the world“, so begann die ebenfalls siebzehnjährige Lou-Marleen Appuhn (rechts) ihre Rede. Die Delegierte des Hochtaunuskreises ist nicht bereit die Dinge, mit denen sie nicht einverstanden ist, einfach so hinzunehmen. Sie wolle die Zukunft aktiv mitgestalten und sich für mehr Chancengleichheit und eine Schule, in der jeder Schüler und jede Schülerin Hessens gleichberechtigt und die er oder sie selbst mitgestalten kann, einsetzen. Besonders wichtig ist Appuhn, die erstmals im Alter von vierzehn Schulsprecherin ihrer Schule wurde, aber dass „wir alle diesen Weg gemeinsam gehen“. Sie will nicht nur für die Rechte von Schülerinnen und Schüler, „die sie viel zu oft selbst gar nicht kennen“ einstehen sondern sie auch aktiver als je zuvor an der Arbeit der Landeschülervertretung beteiligen.

Alexandra von Müller (links) ist das auf Landesebene erfahrenste Mitglied des neuen Geschäftsführenden Vorstands, seit mehr als anderthalb Jahren ist sie nun schon im Landesvorstand aktiv. Was sie antreibt sei das Bewusstsein etwas Sinnvolles und Nachhaltiges für Hessens Schülerschaft zu tun. Sie habe mal gerechnet „Bei einer 36 Stunden Woche à 45 Minuten verbringe ich 1620 Minuten im Unterricht rechnet man die Pausen dazu sind es 1945 Minuten. Umgerechnet, wenn meine Mathekenntnisse mich nicht ganz trügen, sind das etwa 32 ½ Stunden. Und in diesen 32 ½ Stunden fehlt noch die Zeit, die wir zum Lernen verwenden.“ Für die achtzehnjährige ist das zu viel Zeit um die Dinge die sie lerne nach wenigen Wochen wieder zu vergessen. Um das jedoch das zu vermeiden aber, davon ist die Königsteinerin überzeugt, müssten Schülerinnen und Schüler auf Augenhöhe mit den Lehrkräften lernen. „Wie soll Unterricht denn erträglicher, ja im Optimalfall sogar gut werden, wenn wir Schülerinnen und Schüler gar nicht gefragt werden was uns stört“