"Kultusministerin fällt auf Kreationisten herein"

Verdient die biblische Schöpfungsgeschichte einen Platz im Biologieunterricht? Hessens Kultusministerin Karin Wolff hat nichts dagegen und erntete wütende Proteste. Der Biologenverband warf ihr vor, "Taschenspielertricks" der Kreationisten auf den Leim zu gehen.

 In den USA tobt längst ein heftiger Kulturkampf zwischen bibelfrommen Kreationisten und Evolutionsforschern. 53 Prozent aller Amerikaner glauben, dass die Erde erst vor 6000 statt vor 4,6 Milliarden Jahren Jahren entstanden ist. Und nun sind die Anhänger der biblischen Schöpfungsgeschichte auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

Der Fernsehsender "Arte" hatte kürzlich in einer Dokumentation über die Aktivitäten christlicher Fundamentalisten in Deutschland berichtet, auch über ihre Versuche, Einfluss auf die Schulen zu gewinnen. So soll an zwei Gießener Schulen im Biologieunterricht die biblische Schöpfungslehre unterrichtet worden und ein nicht zugelassenes Lehrbuch eines Kreationisten-Zusammenschlusses verwendet worden sein - an der privaten und christlich ausgerichteten Hermann-Francke-Schule sowie am staatlichen Liebig-Gymnasium.

Der "Arte"-Bericht sorgte für viel Wirbel, das Schulamt in Gießen prüfte die Vorwürfe. Doch Hessens Kultusministerin Karin Wolff (CDU) hat offenbar keine größeren Bedenken. Sie erklärte, Privatschulen könnten "das Schulwesen durch besondere Inhalte und Formen der Erziehung und des Unterrichts erweitern". Außerdem halte sie es für "sinnvoll, fächerübergreifende und -verbindende Fragestellungen aufzuwerfen", erklärte die frühere evangelische Religionslehrerin Anfang dieses Monats. So werde vermieden, dass man Schüler im Biologie- und im Religionsunterricht mit völlig verschiedenen Lehren konfrontiere.

weiter auf: http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,445487,00.html

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